Wintersemester 2009/2010 - Projekt "Innovative Energieorte" an der BTU Cottbus
Unter dem Titel „Innovative Energieorte in der Planungsregion Lausitz-Spreewald. Handlungsfelder, Akteure und Instrumente" setzten sich Studierende des Bachelorstudiengangs Stadt- und Regionalplanung mit der Umstellung der Energieerzeugung und -versorgung von fossile auf erneuerbare Energieträger und -systeme auseinander. Die einsemestrige Lehrveranstaltung unter der Leitung von Frau Prof. Dr. H. Kilper und Eric Tenz (Lehrstuhl Stadt- und Regionalentwicklung, Fakultät 2, BTU Cottbus) hatte zum Ziel, neben den bereits vielfach thematisierten technischen und ökologischen Aspekten auch politische, soziale und ökonomische Dimensionen dieses Wandels zu beleuchten.
Durch die Anlehnung an das von der Bundesregierung geförderte und von der Regionalen Planungsstelle bei der Planungsgemeinschaft Lausitz-Spreewald betreute Projekt „Innovative Energieorte" hatten die Studierenden die Chance, neben eher theoretischen Fragen auch die Praxis (lokaler) Planung erneuerbarer Energien kennenzulernen.
Die von den sieben Arbeitsgruppen bearbeiteten Themen lassen sich in drei Schwerpunkte gliedern: 1) technisch-ökonomische Aspekte, 2) politische Fragen und 3) Aspekte der Meinungsbildung und Akzeptanzförderung der Umstellung auf erneuerbare Energien. Ein Beitrag im ersten Schwerpunkt untersucht, unter welchen Bedingungen dezentrale Nahwärmenetze aufgebaut, lokale Rohstoffkreisläufe gefördert und lokale Energieautarkie erreicht werden kann. Einer der drei Beiträge im zweiten Schwerpunkt erforscht die Existenz und Funktionsweise von lokalen Politiknetzwerken, die im Zuge der Umstellung von fossile auf erneuerbare Energien entstanden sind. Eine weitere Studie untersucht die Einstellungen und Meinungen der Bürger zum Thema erneuerbare Energien im Allgemeinen und zu den kommunalen Energieprojekten im Besonderen. Der dritte Beitrag fragt schließlich, ob die lokale Politik und -verwaltung in diesem politischen Prozess eine besondere Verantwortung besitzt, und wenn ja, wie diese aussehen könnte. Im dritten Schwerpunkt des Studienprojekts skizziert eine Gruppe am Konzept des Lernortes, mit welchen Methoden man das Spannungsfeld erneuerbare Energien didaktisch klug vermitteln kann, um die gesellschaftliche Auseinandersetzung mit diesem Thema zu fördern.
Der zweite Beitrag diskutiert am Beispiel der Bürgersolaranlage die gesellschaftlichen Vor- und Nachteile bestimmter technischer Lösungen mit dem Ziel, eine Hilfe zur Meinungsbildung zu erarbeiten. Die dritte Gruppe in diesem Schwerpunkt untersucht letztlich, welche Hindernisse einer größeren Akzeptanz der Umstellung auf erneuerbare Energiesysteme im Wege stehen.
Die Ergebnisse des Projekts werden ab Mai 2010 in Form eines Projektberichtes am Lehrstuhl Stadt- und Regionalentwicklung der BTU Cottbus vorliegen.
Kontakt: Dipl.-Ing. Eric Tenz, tenz@tu-cottbus.de, Tel. 0355/69-3640
Stand: 21.04.2010

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